Betreuungsgutachten

Kapitalanlagen in Betreuungssachen beinhalten sowohl für die/den Betreuer/in als auch für die zuständige Rechtspflege oftmals gefährlich hohe Haftungsrisiken.

Hält man sich bei der Anlage von Geldern sklavisch an die Vorschriften des § 1807 BGB, so läuft man sehr schnell Gefahr, aufgrund der i.d.R. niedrigeren als marktüblichen Renditen, unzureichende laufende Erträge zu realisieren und somit die Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der getätigten Anlagen nicht zu erfüllen.

Alternativ bieten sich dann Anlagen i.S. des § 1811 BGB an, welche oft nicht unerheblich bessere Renditen versprechen. Aufgrund meiner Erfahrung neigen die Konto-/Depotführenden Banken leider immer noch oft dazu, die Vorschriften des § 34 WpHG bezüglich der Bedürfnisse des Anlegers recht großzügig auszulegen.

So hatte ich jüngst den konkreten Fall einer 82jährigen betreuten Person ohne Wohneigentum und einem liquiden Vermögen von ca. 20.000 Euro, welche von ihrer depotführenden Stelle im Anlegerprofil in die höchste Risikoklasse eingeordnet worden ist. Und dies ist in meiner Praxis nicht die Ausnahme.

Auch werden seitens der Anbieter solcher Finanzinstrumente gerne Listen mit Gerichtsurteilen zu verschiedenen Anlageprodukten herangezogen, in denen die jeweilige Anlage als geeignet im Sinne des § 1811 BGB befunden wurde. Nicht erwähnt wird in vielen dieser Fälle, dass die Eignung der Einzelanlage nur im Zusammenhang mit der Gesamtveranlagung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der betreuten Person durch die Gerichte festgestellt wurde.

Eine solche Anlage ohne angemessene Berücksichtigung der Gesamtsituation der betreuten Person kann, wie insbesondere die negativen Kursverläufe der Aktienmärkte in jüngerer Vergangenheit zwischen 2000 und 2003 gezeigt haben, zu erheblichen Verlusten und somit zur ungewollten Aufzehrung des Kapitals führen. Die Haftung hierfür liegt bekanntlich in erster Linie beim Betreuer und in zweiter Linie bei der Rechtspflege.

Die problematische Situation dieser Personengruppen hat das OLG Schleswig in seinem Beschluss vom 3.11.1999 Az. 2 W 154/99 erkannt und im Tenor entschieden, dass „Bei Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit einer Anlageform ggf. ein Sachverständigengutachten eingeholt werden muss.“

Sollte Ihnen daran gelegen sein, ihr persönliches Haftungsrisiko durch ein geeignetes Gutachten zu minimieren, so bitte ich um unverbindliche Kontaktaufnahme, möglichst unter Auflistung der derzeitigen Situation. Im Kontaktformular finden Sie die notwendigen Angaben, welche ich zur ersten Situationsanalyse benötige. Sie erhalten dann kurzfristig eine kostenfreie Kurzbeurteilung, aus der Sie entnehmen können ob eine Begutachtung dieses Falles erforderlich erscheint.

Eine möglicherweise notwendige gutachterliche Tätigkeit werde ich erst nach schriftlicher Beauftragung zum ermäßigten Stundensatz von Euro 50,00 zzgl. notwendiger Auslagen gem. JVEG und ges. MwSt. aufnehmen.

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